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Deutsch Abitur Essay Abstract

Texterörterung/Textanalyse

Sie erhalten einen sogenannten Sach- bzw. Meinungstext zu einem bestimmten Thema, das in irgendeiner Weise momentan aktuell bzw. umstritten ist. Kurzum: Ein Autor sagt auf zwei, drei Seiten seine Meinung zu einem Problem.

Schwerpunkt der Arbeit liegt entweder im Bereich Textanalyse oder im Bereich Texterörterung. Rechts oben auf dem Aufgabenblatt wird Ihnen mitgeteilt, in welchem Bereich der Schwerpunkt liegt. Aber auch wenn der Schwerpunkt im Bereich der Textanalyse liegt, müssen Sie dennoch auch noch erörtern. Und vice versa (= gilt auch umgekehrt).

Erörtern heißt, dass Sie Aussagen des Autors (kontrovers und kritisch) diskutieren sollen und eventuell auch (über den Text hinausgehend) Lösungsmöglichkeiten oder Auswirkungen eines Problems darstellen sollen.

Analyse heißt, dass Sie untersuchen und darstellen sollen, wie der Text sprachlich (rhetorische Figuren!) und vom Aufbau her gestaltet ist: Durch welche formalen und sprachlichen Mittel unterstützt der Autor seine Aussage. Dabei ist es wichtig, die formalen Mittel nicht nur zu nennen (parataktischer Stil), sondern sie auch funktional zu bestimmen (der parataktische Satzbau, der den Text prägt, dient dazu, die Thesen besonders aussagekräftig zu machen und sie nachdrücklich wirken zu lassen).

Nochmal gesagt: Sie müssen immer sowohl erörtern als auch analysieren. Wo der Schwerpunkt liegt, sagt Ihnen die Aufgabenstellung.

Natürlich müssen Sie, ohne eigens dazu aufgefordert zu werden, eine Einleitung schreiben.

Danach (dazu werden Sie in der Regel eigens aufgefordert) geben Sie auf ein bis eineinhalb Seiten den Argumentationsgang des Textes/des Autors wieder. Bitte dabei nicht paraphrasieren, sondern den Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben. Und, ganz wichtig: Sie müssen die Aussagen des Autors in indirekter Rede wiedergeben und dabei natürlich den Konjunktiv verwenden.

Schluss Ihrer Arbeit: Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, vielleicht ein Fazit, vielleicht ein kurzer Ausblick auf die vermutlich weitere Entwicklung oder etwas Ähnliches.

Achtung: Gliedern Sie Ihre Arbeit unbedingt in Sinnabschnitte. Davon gibt es pro Seite etwa zwei bis drei. Zwischen zwei Sinnabschnitten lassen Sie bitte eine Zeile frei. Das gilt auch für die anderen Themen.

Also: Bitte keine Arbeit ohne eine solche Gliederung in Sinnabschnitte.

Interpretation eines Prosa-Textes

Die Textvorlage kann alles Mögliche sein, etwa eine Kurzgeschichte, ein Märchen, eine Parabel, eine Fabel oder eine Satire oder oder oder. Immer ist es aber ein fiktionaler Text (oder, wie man auch sagen kann, ein literarischer).

Die Aufgabe lautet klipp und klar: Interpretieren Sie den Text.

Ich würde formulieren: Interpretieren Sie bitte den Text.

Natürlich müssen Sie eine Einleitung schreiben mit diversen Informationen: Autor, Titel, Entstehung, Veröffentlichung, Textart bzw. Textsorte (z.B.: KURZGESCHICHTE) und, ganz wichtig: Was ist die Thematik des Textes? Achtung: Thematik ist etwas anderes als Inhalt.

Dann, nach einer Leerzeile, folgt die kurze Textwiedergabe. Maximal ein bis eineinhalb (ist fast schon zuviel) Seiten, natürlich im Präsens und ohne direkte Rede. Das können Sie!

Danach wird interpretiert. Was will der Text sagen? Welche Problematik stellt er dar? Wie stehen die Protagonisten zueinander? Worunter leiden die Hauptfigur? Wie entwickelt sich die Geschichte? Welche gesellschaftlichen Probleme werden angesprochen? Was hat der Titel zu bedeuten? Und und und.

Auch hier gilt: zwei bis drei Sinnabschnitte pro Seite.

Aber auch die sprachlich-formale Gestaltung des Textes müssen Sie analysieren und dabei zeigen, warum der Autor den Text so und nicht anders gestaltet hat. Also: Warum eher hypotaktische Satzkonstruktionen? Weshalb Dialekt? Warum eine mit Adjektiven ausgeschmückte Sprache? Warum welche Farbsymbolik? Weshalb Alliterationen? Warum keine Personennamen? Oder warum gerade diese Namen und nicht andere („sprechende Namen“)? Welche Erzählperspektive (Ich-Perspektive oder auktorial oder personal)? Weshalb und wo erlebte Rede? Und so weiter und so fort – je nach Text.

Am Ende? Ein Fazit oder eine zusammenfassende Bewertung des von Ihnen interpretierten literarischen Textes.

Lyrikinterpretation/Gedichtvergleich (Thema: LIEBESLYRIK)

Sie erhalten in der Regel zwei Gedichte mit der lakonischen Bitte, beide zu interpretieren und miteinander zu vergleichen. Thema ist ein besonders schönes: nämlich die Liebe. Aber Achtung, nicht jedes anfängliche Liebesglück glückt.

Natürlich schreiben Sie auch hier eine Einleitung mit Hinweisen zu den Autoren und den beiden Gedichten und zur jeweiligen Entstehungszeit sowie zur Thematik.

Dann interpretieren Sie das erste Gedicht. Eventuell, wenn es in ihm eine Entwicklung gibt, haben Sie diese zu Beginn kurz wiedergegeben (analog zu Inhaltswiedergabe beim Prosa-Text). Aber bitte, bitte nur ganz, ganz kurz.

Eine Formanalyse ist natürlich unerlässlich: Strophenbau und Versschema und Metrum und Reimschema (falls es Metrum und Reime überhaupt gibt – falls nicht, muss man das auch festhalten). Und immer bedenken: Versuchen Sie diese formalen Besonderheiten auch, wenn irgend möglich, funktional zu bestimmen.

Weiter: Welche Metaphern kommen vor, welche Vergleiche, aus welchen Bereichen sind die Metaphern und Vergleiche entnommen? Gibt es lautliche Besonderheiten? Gibt es ein lyrisches Ich? Oder keines? Was kann man über das lyrische Ich aussagen?

Welche Gesamtaussage ergibt sich? Wie wird die Liebe in diesem Gedicht gesehen?

Diese Liste möglicher Aspekte ist nicht abschließend. Immer kommt es darauf an herauszufinden, wie das jeweilige Gedicht „gemacht“ ist und welche Sicht auf die Liebe es vermittelt.

Beim zweiten Gedicht verfahren Sie in gleicher Weise. Denken Sie an eine sinnvolle Überleitung zwischen der Interpretation des ersten und der des zweiten Gedichtes.

Beim zweiten Gedicht können Sie sofort auch auf die Unterschiede zum ersten Gedicht hinweisen. Oder aber Sie heben sich den Vergleich ausgewählter wichtiger Aspekte für den Schlussteil auf. Der müsste dann aber recht ausführlich sein, denn der Nachweis zentraler Gemeinsamkeiten und Unterschiede (im Inhalt, in der Einschätzung der Liebe, in der formalen Gestaltung) ist natürlich ein ganz, ganz, ganz, ganz, ganz (jetzt reicht’s aber) wichtiger Teil dieser Aufsatzart.

Und bitte denken Sie auch hier auf die Gliederung Ihrer Arbeit in Sinnabschnitte mit jeweils einer Leerzeile dazwischen.

Essay mit dazugehörigen Abstracts

Sie erhalten ein Dossier mit verschiedenen Materialien (Texte, Karikaturen, Schaubilder, Tabellen und Ähnliches) zu einem bestimmten Thema (etwa dem Thema „Zunehmende Beschleunigung im Berufsleben und im privaten Alltag“).

Zuerst sollen Sie sogenannte Abstracts zu einigen der Materialien schreiben. Beginnen Sie für jeden neuen Abstract eine neue Seite im Arbeitsbogen. Schreiben Sie über den Abstract einen Hinweis auf dessen Numerierung (Abstract 1) und dann einen Kurzhinweis auf das Material und unterstreichen Sie diese Überschrift (also: Abstract 1: „Schnell, schneller, am schnellsten“ von Hartmut Rosa / oder: Abstract 3:„Zeitbudgets im Freizeitverhalte“ – Globus-Schaubild vom 23. Januar 2013).

Jeder Abstract besteht aus etwa 80 bis 100 Wörtern, es können aber auch ein paar mehr sein (aber weniger geht, glaube ich, nicht). In den Abstracts sollen Sie die wesentlichen Aussagen des jeweiligen Materials in zusammenhängender und ausformulierter Form (also keine Auflistung mit sog. Spiegelstrichen) zusammenfassen. Achten Sie darauf, die einzelnen Sätze aufeinander zu beziehen und hüten Sie sich vor Paraphrasen. Vielmehr sollen Sie die wesentlichen Aussagen in Ihren eigenen Formulierungen wiedergeben.

Wenn es sich bei dem Material um persönliche Einschätzungen eines Autors handelt, dann müssen Sie natürlich den Konjunktiv verwenden. Tun Sie das nicht, dann führt dies in der Bewertung zu einem gravierenden Abzug. Bei Tabellen oder bei Lexikon-definitionen ist der Konjunktiv natürlich nicht angebracht. Bei welchem Material Sie also den Konjunktiv verwenden müssen, sagt Ihnen Ihr Sprachgefühl. Wenn es Sie im Stich lässt, dann hat das halt Einfluss auf die Bewertung.

Den anschließenden Essay, den Sie schreiben sollen, müssen Sie sorgfältig gliedern, d.h. in zwei bis drei Sinnabschnitte pro Seite mit jeweils einer Leerzeile dazwischen. Umfang: mehrere Seiten – vier Seiten sind m.E. zu wenig. Bei dem Essay müssen Sie die Anregungen, die Sie aus den Materialien erhalten haben, aufnehmen. Aber Ihr Essay muss unbedingt über diese Anregungen durch die Materialien hinausgehen und viele eigene Gedanken zum Thema enthalten.

Was ist übrigens ein Essay? Nun, die beste Übersetzung ist wohl der Begriff „Gedankenspaziergang“.

Am besten legt man sich eine Mind-map zum Thema an. Dort stehen dann stichwortartig die verschiedenen Anregungen aus den Materialien und die eigenen Aspekte, die einem noch zu dem Thema eingefallen sind. Dann überlegen Sie sich, wie Sie diese einzelnen Aspekte in eine sinnvolle Reihenfolge bringen – und dementsprechend verbinden Sie dann die einzelnen Aspekte auf Ihrer „Gedanken-Karte“ durch eine Linie, sodass sich eine sinnvolle Reihenfolge ergibt. Somit haben Sie eine Gliederung, die Sie durch den Essay führt. Eine solche Vorgehensweise halte ich für unverzichtbar.

Man erwarten von Ihnen, dass Sie eine Vielzahl von Aspekten zum vorgegebenen Thema (teilweise angeregt durch das Material und ergänzt durch eigenen Überlegungen) entwickeln. Wählen Sie einen überzeugenden und originellen und zum Weiterlesen anregenden und lebendig geschriebenen Einstieg. Wechseln Sie ab und zu zwischen einer objektiven Darstellung und einer subjektiven Perspektive. Kontrastieren Sie den einen oder anderen Aspekt mit einer entgegengesetzten Sichtweise. Vergessen Sie überzeugende Beispiele nicht. Bieten Sie Überraschendes.

Da ein Essay im Idealfall auch immer sprachlich besonders ausgefeilt ist, erwartet man das auch von Ihrer Arbeit. Verwenden Sie immer mal wieder ausgewählte rhetorische Figuren (Trias, Reihungen, Steigerungen, Zitate, Alliterationen, rhetorische Fragen, rhythmisierter Satzbau mit parataktischen und hypotaktischen Elementen, Vergleiche, Metaphern und und und und und und und). Wer im Alltag wenig und nicht gerne zusammenhängende Texte schreibt, hat da wohl eher Schwierigkeiten.

Achtung: Die Erwartungen zwischen Erst- und Zweitkorrektor gehen oft sehr auseinander. Zudem gibt es zum Essay (wohl aber zu den Abstracts) keinen offiziellen Erwartungshorizont. Von daher kommt es häufig vor, dass sich im Abitur die Erst- und die Zweitbewertungen deutlich voneinander unterscheiden.

Immerhin: Wenn die Abstracts sprachlich und inhaltlich in Ordnung sind, gibt es mindestens die Note ausreichend (= 05 NP), auch dann, wenn der Essay nicht gelungen ist. Zumindest steht es so in der Notenverordnung.

Werkvergleich zu den Pflichtlektüren: „Dantons Tod“ und „Agnes“ und „Homo faber“

Zunächst einmal: Ich halte dies für die Aufsatzart, auf die Sie sich am besten vorbe-reiten können. Immerhin haben Sie im Unterricht viel Zeit in diese drei Werke investiert. Sie wissen in etwa, was auf Sie zukommt (im Unterschied zu allen anderen Aufsatzarten). Sie können sich zuhause schon mal überlegen, wie Sie eine mögliche Einleitung gestalten.

Eines ist jedoch, so denke ich, unverzichtbar: Sie müssen, müssen, müssen, müssen alle drei Werke vor dem Abitur noch einmal lesen. Ohne das geht gar nichts. Sie erhalten von mir einen Terminplan für diese nochmalige Lektüre. Wenn Sie den einhalten, haben Sie schon nach einigen Tagen ein gutes Gefühl. Wenn nicht, dann haben Sie eben ein schlechtes Gefühl – aber das wünsche ich Ihnen nicht und Sie wünschen sich das auch nicht.

Also, durch diese wiederholende Lektüre müssen Sie in den nächsten zwanzig Tagen durch. Aber es geht ja auch um Ihr Abitur, und das macht man in der Regel nur einmal in seinem Leben. Es sei denn, Sie fallen beim ersten Mal durch, aber das wollen wir doch alle nicht.

Deshalb – es kann nicht anders sein – sind die nächsten Wochen für Sie richtig schwere Wochen. Und die Deutschnote im Abitur kann für Sie sehr wichtig werden, denn was ist, wenn es in Mathematik und in Wirtschaft nicht so klappt, wie Sie es sich vorstellen. Dann brauchen Sie unbedingt ein Deutschergebnis von mindestens 05 NP, am besten deutlich darüber. Denn Sie wissen ja: In mindestens drei der fünf Prüfungsfächer benötigen Sie mindestens 05 NP (in der Gesamtabrechnung mit dem Faktor vier multipliziert ergibt das dreimal 20 NP).

Jetzt zur Aufgabe: Wahrscheinlich kommen zwei der drei Werke dran (es könnten aber auch theoretisch alle drei Werke sein). Von einem Werk erhalten Sie eine Textstelle vorgelegt, die Sie im Kontext dieses Werkes interpretieren müssen. Danach werden Sie aufgefordert, dieses Werk mit einem zweiten (oder sogar mit dem zweiten und dem dritten Werk – ist aber eher unwahrscheinlich) unter einem bestimmten Aspekt zu vergleichen. Welchen Aspekt Sie vergleichen sollen, sagt Ihnen die Aufgabenstellung. Dieser Vergleichsteil sollte ungefähr 40 bis 50 Prozent Ihrer Gesamtarbeit umfassen. 

Welche Werke werden wohl für den Vergleich ausgewählt werden? Ja, das ist die große Frage. Vielleicht „Agnes“ und „Homo faber“? Immerhin haben wir in beiden Werken einen („unzuverlässigen“) Ich-Erzähler. Es geht um die großen Themen Liebe und Tod. Und um das Verhältnis der Geschlechter zueinander. Beides sind Romane.

Oder aber „Dantons Tod“ und „Agnes“? Immerhin haben wir 2013 das Büchner-Jahr (Georg Büchner wurde 1813 geboren). Und der Autor von „Agnes“, Peter Stamm, wird 2013 fünfzig Jahre alt und sein Debutroman erschien vor 15 Jahren.

Wer kann es wissen, was man sich im Kultusministerium so ausgedacht hat ?!?!?!?

Jetzt aber zur Interpretation der Textstelle. Doch halt, Ihre Arbeit fängt ja schon vorher an, nämlich mit einer Einleitung, auf die Sie sich zuhause schon vorbereiten können. Sagen Sie darin etwas Aufschlussreiches zum Autor (aber bettebottebitte keine langweilige Aneinanderreihung von Jahreszahlen und Werktiteln) und zur Thematik des Werkes.

Nur zu dem einen Autor und zu dem einen Werk? Nein! Ihr Aufsatz befasst sich ja durch die Vergleichsaufgabe mit (i.d.R.) zwei Werken und demzufolge mit zwei Autoren. Also müssen Sie auch beide Autoren und beide Werke in der Einleitung berücksichtigen. Und da ist dann die Schwierigkeit, wie Sie die beiden Seiten miteinander „verlinken“. Wo ist der verbindende Aspekt? Wie kriegen Sie den Übergang hin? Vielleicht mit dem Verweis auf die Geburtstage der Autoren (G. Büchner-Jahr & 50. Geburtstag von P. Stamm)? Oder durch thematische Gemeinsamkeiten? Die muss es ja haben, denn sonst könnte es ja keine Vergleichsaufgabe geben. Na ja, jedenfalls haben Sie schon an der Einleitung genug zum Grübeln. Aber dazu haben Sie ja schon vor dem Abitur zuhause Zeit. Und die Ideen für eine gute Einleitung nimmt man dann am Morgen des Deutsch-Abiturs in seiner unter der eigenen Schädeldecke eingebauten Festplatte ganz einfach mit.

Alles Weitere zu dieser Aufsatzart finden Sie in einem eigenen Post unter November 2013 und unter dem Posttitel "Literarischer Vergleich im Abi". 


1. Was ist ein Abstract und welche Funktion erfüllt es?

  • Ein Abstract ist eine eigenständige Textsorte, die in der Regel wissenschaftlichen Arbeiten vorangestellt ist.
  • Das Abstract ist die prägnante Inhaltsangabe eines umfangreicheren Textes.
  • Es kann auch dazu verwendet werden, Texte zu internationalisieren, wenn es in Englisch geschrieben wird.
  • Ein Abstract ist keine bewertende Textsorte, sondern es beschreibt die Inhalte und Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit in sehr verdichteter Form.
  • Die Länge eines Abstracts ist grundsätzlich variabel.
  • Abstracts sind selten länger als ca. 10 Prozent des Textes, den sie zusammenfassen.
  • Die Anforderungen an den Umfang eines Abstracts unterscheiden sich in den einzelnen Wissenschaften – erkundigt euch nach den Gepflogenheiten an eurem Institut. Es gibt Abstracts aus zwei bis drei Sätzen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind Abstracts im Schnitt zwischen 200 und 250 Wörtern lang.
  • Außerdem unterscheiden sich Abstracts auch nach dem jeweiligen Erscheinungsort der wissenschaftlichen Arbeit.
  • Wenn es um die Veröffentlichung auf Konferenzen, in Sammelbändern und Fachzeitschriften geht, bekommt ihr in der Regel klare Vorgaben von den Verantwortlichen.
  • Grundsätzlich gilt: Gestaltet das Abstract objektiv, genau, kurz, aber vollständig. Formuliert es so, dass die Leser wissen, ob der ganze Text für sie interessant ist bzw. macht sie auf die Inhalte neugierig.

Stellungnahme schreiben: Aufbau und Beispiele

2. Informationen, die ein Abstract enthalten muss

Das Abstract darf keine Informationen enthalten, die im eigentlichen Text nicht enthalten sind. Ihr dürft also keine zusätzlichen Angaben machen. Außerdem werden im Abstract auch keine Begriffe definiert. Demgegenüber gibt es Informationen, die ein Abstract enthalten muss:

  • Titel und Autor des Textes
  • Ziel / These der Forschungsarbeit
  • Die wichtigsten Ergebnisse
  • Methoden – wie habt ihr gearbeitet? Statistische quantitative/qualitative Erhebung, Auswertung von Literatur, usw. Welche Art von Daten wurde untersucht / erhoben?

3. Wie ihr ein gutes Abstract verfasst

Damit ihr am Ende ein gutes Abstract habt, ist es wichtig euch den Leser vor dem Schreiben zu vergegenwärtigen. In der Regel sind es wissenschaftlich arbeitende Menschen, die viel lesen und auf bestimmte Themengebiete spezialisiert sind. Ihr wollt möglichst viele Leser erreichen, also ist es wichtig, dass der Mehrwert eurer Arbeit deutlich wird und die Rezipienten schnell erkennen können, ob es sich für sie lohnt, die gesamte Arbeit zu lesen.

Es ist äußerst hilfreich, wenn ihr euch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften & Sammelbänden umseht und dort besonders die Abstracts studiert. Ihr werdet interessante Anregungen finden, wie ihr euer eigenes Abstract am besten schreiben könnt.

Ihr müsst ein Surrogat eurer Arbeit erstellen – das funktioniert selten gleich beim ersten Versuch. Schreibt einfach los und beginnt dann zu kürzen. Bearbeitet die berühmten W-Fragen:

  • Was sind die Grundthesen der Arbeit bzw. wie lautete die forschungsleitende Frage?
  • Welche Methoden wurden zur Überprüfung der These angewendet?
  • Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
  • Worin liegt der Wert der jeweiligen Forschungsarbeiten? Wer kann von diesem Wissen profitieren?

Das Wichtigste sollte am Anfang stehen und den Leser neugierig machen. Ein schlüssiger und sehr üblicher Aufbau ist:

  1. Ziel der vorliegenden Arbeit
  2. Untersuchungsmethode
  3. Ergebnisse

Verwendet keine Füllwörter und achtet auf den schlüssigen Zusammenhang der Sätze. Keine Stichwortsammlung! Gebt das Abstract jemandem zum Lesen, der die gesamte Arbeit nicht kennt.

4. Checkliste Abstract – alles drin?

Viele müssen während ihres Studiums gar keine Abstracts schreiben und werden zum ersten Mal bei der Abschlussarbeit damit konfrontiert. Das ist schade, denn wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, ist darauf angewiesen, dass er erfolgreich publiziert. Wenn ihr auf einen Call for Papers reagiert, kann das Abstract darüber entscheiden, ob euer Beitrag genommen wird. Gute und erfolgreiche Abstracts für eure Aufsätze und wissenschaftlichen Arbeiten schreiben zu können, ist ein wichtiger Baustein eurer Karriere. Eine gute und sinnvolle Übung ist es auch, wenn ihr euch zu den Büchern, die ihr im Rahmen des Studiums gelesen habt, ebenfalls Abstracts anlegt. Diese sind nützlich, um auch Jahre später schnell wieder darauf zugreifen zu können und ihr übt euch dabei in der Technik des Abstracts-Schreibens.

Lasst also euren ersten Entwurf ein wenig ruhen, nehmt ihn dann wieder zur Hand und entscheidet:

  • Sind die Formulierungen sprachlich ansprechend und wecken das Leser-Interesse?
  • Sind alle wichtigen Informationen enthalten?
  • Was kann noch gekürzt werden?

5. Beispiel für Abstract-Formulierungen

Inhalte des AbstractsBeispiel
Ziel der ArbeitDas Ziel dieser wissenschaftlichen Studie ist die Untersuchung der Arbeitsbedingungen von Online-Journalisten im Vergleich zu Print-Journalisten.
MethodenZu diesem Zweck wurden mithilfe eines quantitativen Verfahrens Daten zur Arbeitszeit, dem Arbeitsort und anderen bestimmenden Faktoren in Online-Verlagen erhoben und ein qualitativer Fragenkatalog aus einer Stichprobe von 100 Journalisten ausgewertet.
ErgebnisseDie Ähnlichkeiten und Unterschiede der Arbeitsweisen von Online- und Print-Redakteuren konnten ermittelt und beschrieben werden. Dabei stellte sich insbesondere heraus, dass sich vor allem die Art der Recherche in den beiden Bereichen signifikant voneinander unterscheidet.
Für wen interessant?Die Ergebnisse sind auch jenseits der Publizistik-Wissenschaft interessant für alle Journalisten, die ihre Arbeit kritisch reflektieren möchten.

Ausgedachte Beispiele sind nur zur ersten Orientierung sinnvoll – die beste Möglichkeit ist wirklich, wenn ihr euch ein beliebiges Fachmagazin aussucht und die Abstracts lest und die Studien dazu überfliegt.

Argumentation schreiben: Vorlagen, Beispiele und Tipps

Bilder: ViaShutterstock.com

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